Wie kann medizinische Hilfe traumatisieren?
Während medizinische Behandlungen den Körper schützen, braucht manchmal die Seele Unterstützung, um das Erlebte einzuordnen.
Diagnosen, Therapien, schwere Erkrankungen oder Notfallsituationen sind nicht nur körperlich belastend - Sie haben auch eine seelische Bedeutung. Situationen können bei uns Gefühle von Hilflosigkeit, Handlungsunfähigkeit, Kontrollverlust, Ausgeliefertsein oder Verzweiflung auslösen. Das gesunde Gefühl der Unverletzbarkeit kann verloren gehen.
Operationen, Herzinfarkte oder Krebsbehandlungen können das Vertrauen in den eigenen Körper vorübergehend erschüttern – und Erfahrungen hinterlassen, die über die rein körperliche Heilung hinausreichen. Ebenso traumatische Geburtserfahrungen können Spüren hinter sich lassen.
Ein Aufenthalt auf der Intensivstation, eine Notoperation, ein plötzlicher Herzstillstand oder belastende Behandlungen wie eine Chemotherapie können für manche Menschen emotional sehr eindrücklich sein. Im Anschluss berichten Betroffene nicht selten über Symptome wie Schlafstörungen oder wiederkehrende Träume, körperliche Stressreaktionen wie Herzklopfen oder innere Anspannung, anhaltende Erschöpfung oder Gefühle von Hilflosigkeit.
Manche beginnen daraufhin, Kliniken oder Arzttermine zu meiden – ein verständlicher, aber auf Dauer belastender Bewältigungsversuch, der zu einem Muster von Vermeidung führen kann. Es kann einem schwer fallen über medizinische Behandlungen hören zu müssen.
Solche Reaktionen sind verständlich – schließlich wurde der Mensch in eine Extremsituation gebracht, in denen Betroffene ausgeliefert sind; vielleicht Schmerz oder Todesangst erlebt haben. Wenn das Nervensystem eine Erfahrung nicht vollständig einordnen kann, kann sie im Hintergrund weiterwirken und sich später in emotionalen oder körperlichen Reaktionen bemerkbar machen.
Was kann bei körperlichen Traumatisierung helfen?
EMDR (Eye movement desensitization and reprocessing) – Therapie eignet sich gut für die Behandlung von einem somatische Trauma. Diese wurde Ende der 1980er Jahre von Francine Shapiro entwickelt. Der Ansatz geht davon aus, dass belastende oder traumatische Erinnerungen anders abgespeichert werden als gewöhnliche Erfahrungen – oft an einem „ungünstigen Ort“ im Gedächtnis, bruchstückhaft, wenig integriert und ohne klare zeitliche Einordnung.
In der EMDR Therapie erinnert sich der Patient an die belastende Situation, während gleichzeitig bilaterale Stimulationen erfolgen. Diese Stimulationen folgt der Patient mit seinen Augen. Die bilaterale Aktivierung unterstützt die natürliche Verarbeitungsfunktion des Gehirns. Langsam werden die Blockaden im Nervensystem gelöscht und verliert sich die Erinnerung ihren emotionalen Schrecken.
Internationale Anerkennung von EMDR und Bedeutung qualifizierter Ausbildung
EMDR ist heute in vielen Ländern ein fest etabliertes Verfahren zur Behandlung traumabezogener Beschwerden. Besonders in den USA und in Europa genießt die Methode eine hohe fachliche Anerkennung. In den Vereinigten Staaten ist EMDR seit vielen Jahren durch renommierte Institutionen wie die American Psychiatric Association (APA) anerkannt und in der klinischen Praxis weit verbreitet. Die EMDR International Association (EMDRIA) stellt dort klare Standards für Ausbildung, Zertifizierung und Qualitätssicherung sicher.
Auch in Europa ist EMDR fest verankert. Die übergeordnete Organisation EMDR Europe koordiniert europaweite Qualitätsrichtlinien, Ausbildungsstandards und wissenschaftliche Weiterentwicklung. Viele europäische Länder – darunter Großbritannien, Frankreich und die Niederlande – führen EMDR in ihren traumatherapeutischen Leitlinien als wirksame Behandlungsmethode.
In Deutschland und in der Schweiz ist EMDR seit Jahren als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren für Erwachsene mit Posttraumatischer Belastungsstörung zugelassen und Teil der regulären psychotherapeutischen Versorgung.
Weltweit wird EMDR inzwischen in über 100 Ländern angewendet – jedoch stets an die Voraussetzung geknüpft, dass Therapeut*innen sowohl eine anerkannte EMDR -Weiterbildung durch die entsprechenden Verbände (z. B. EMDR Europe oder EMDRIA) als auch eine qualifizierte psychotherapeutische oder universitäre psychologische Grundausbildung besitzen. Erst diese Kombination gewährleistet die fachlich korrekte, sichere und wirksame Anwendung der Methode.
Behandlung von körperlichen Trauma mittels EMDR
Somatische Traumata sind häufig Körper- oder Kontrolltraumata. Betroffene verlieren dabei das Vertrauen in die eigenen Körperfunktionen oder die Fähigkeit, Situationen zu steuern.
Die EMDR -Behandlung integriert kognitive, emotionale und körperliche Aspekte der traumatischen Erinnerungen. Im Gegensatz zu manchen verhaltenstherapeutischen Methoden ist es nicht erforderlich, die gesamte Traumageschichte zu erzählen. Stattdessen liegt der Fokus auf den verbleibenden Symptomen, belastenden Erinnerungen und Gefühlen.
Im Vergleich zu anderen Traumatherapiemethoden ist EMDR oft weniger aufwendig und kann relativ zügig dazu beitragen, Selbstwirksamkeit und Sicherheit wiederherzustellen. Mittels EMDR-Techniken können Ressourcen aktiviert und Beruhigungsstrategien vermittelt werden, wodurch Betroffene Stabilität und innere Sicherheit erleben.
Für eine EMDR -Therapie in der Schweiz ist eine fundierte Ausbildung entscheidend. Virpi Kinnunen ist zertifizierte EMDR -Therapeutin mit langjähriger Erfahrung in der psychosomatischen und neuropsychiatrischen Rehabilitation sowie auch in der Psychiatrie. In ihrer Praxis an der Bahnhofstrasse setzt sie EMDR gezielt ein, um Menschen effektiv bei der Verarbeitung belastender Erfahrungen zu unterstützen.
Vertrauen Sie auf Kompetenz – buchen Sie Ihren Termin unter: www.Kinnunen.ch





